{"id":116,"date":"2021-09-07T10:40:25","date_gmt":"2021-09-07T10:40:25","guid":{"rendered":"https:\/\/teilhabe-am-leben.de\/?page_id=116"},"modified":"2021-09-08T15:19:47","modified_gmt":"2021-09-08T15:19:47","slug":"kaempfe-um-dein-recht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/teilhabe-am-leben.de\/?page_id=116","title":{"rendered":"K\u00e4mpfe um dein Recht"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Diese Seite m\u00f6chte Ihnen mal zeigen, wie wichtig es ist, um sein Recht zu k\u00e4mpfen. Auch soll es aufzeigen, dass auf keinen Fall alle Bescheide von \u00c4mtern richtig und rechtens sein m\u00fcssen. Also nehmt euren Mut zusammen und k\u00e4mpft f\u00fcr euer Recht!<\/h1>\n\n\n\n<p>Anzeige am 28.12.2017 in der NWZ Ausgabe Oldenburg, und am 29.12.2017 in der NWZ Ausgabe Ganderkesee<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SOZIALGERICHT<br>Ein Budget f\u00fcr die pers\u00f6nliche Freiheit<\/h2>\n\n\n\n<p>Marc Geschonke<\/p>\n\n\n\n<p>Susanne Steffgen (r.) mit Agnieszka Dubik \u2013 sie pflegt die 53-J\u00e4hrige rund um die Uhr und begleitet sie bei sonst wohl unm\u00f6glichen Ausfl\u00fcgen. Mut, so f\u00fcr ihre Rechte und Teilhabe zu k\u00e4mpfen, w\u00fcnscht Steffgen anderen Betroffenen. Bild: privat\u00a0<br>Weitere Beratungen zwischen den Parteien stehen an. Es geht um viel Geld und vor allem um gutes Recht.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/ort\/oldenburg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">OLDENBURG<\/a>&nbsp;In Hamburg war sie am Mittwoch, nach den anstrengenden Feiertagen einfach mal ein wenig durchatmen \u2013 dies allerdings nur mit und dank Agnieszka Dubik. Letztere ist 34, kommt aus Polen und pflegt&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/person\/steffgen,susanne\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Susanne Steffgen<\/a>&nbsp;seit einiger Zeit. Nicht etwa (allein) aus N\u00e4chstenliebe, sondern weil sie daf\u00fcr von der 53-J\u00e4hrigen bezahlt wird. Oder vielmehr vom&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/news\/sozialamt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sozialamt<\/a>Oldenburg. Doch der Reihe nach.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ganderkeseerin Susanne Steffgen sind ein Grad der Behinderung (GdB) von 100 und diverse Merkzeichen zuerkannt worden, sie gilt als schwerbehindert. Seit einem grippalen Infekt im Alter von 29 Jahren leidet sie an CIDP, einer seltenen fortschreitenden entz\u00fcndlichen Nervenerkrankung. Daher ist sie auf den Rollstuhl angewiesen und muss kontinuierlich mit Sauerstoff versorgt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Hilfe f\u00fcrs Budget<\/h3>\n\n\n\n<p>Nicht nur, aber auch daf\u00fcr, erh\u00e4lt sie vom Sozialamt ein sogenanntes \u201ePers\u00f6nliches Budget\u201c. Hier handelt es sich um eine Geldsumme, die behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen anstelle von Dienst- oder Sachleistungen von den Leistungstr\u00e4gern erhalten, wie es im Amtsdeutsch hei\u00dft. Oder in den Worten von Steffgen: \u201eEs erm\u00f6glicht Menschen wie mir, ein St\u00fcck Freiheit zur\u00fcckzubekommen.\u201c Dies sei aufgrund der \u201eUnwissenheit von Betroffenen und \u00c4mtern\u201c allerdings nur wenig popul\u00e4r, obgleich es das Leben vieler Menschen verbessern k\u00f6nne. Auch f\u00fcr sie k\u00e4mpfe Steffgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus Sicht der Stadt Oldenburg hatte die Empf\u00e4ngerin besagtes Budget \u2013 monatlich 3874 Euro \u2013 jedoch \u201ezweckwidrig verwendet\u201c, zumindest Teile davon. Also strich man ihr zu August 2017 dieses pers\u00f6nliche Budget und ersetzte es durch Sachleistungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu Unrecht, wie das&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/news\/sozialgericht\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sozialgericht<\/a>&nbsp;jetzt in einem Eil-Beschluss (Az S 21 SO 47\/17 ER) entschied. Dieser verpflichtet die Stadt, das bis Juli 2017 gezahlte pers\u00f6nliche Budget bis Ende Februar 2018 vorl\u00e4ufig weiter zu zahlen. Zudem wurde die Stadt aufgefordert, monatlich Kosten f\u00fcr eine Budgetassistenz Steffgens \u2013 die sich gleichsam als Ratsfrau f\u00fcr die Linke im Gemeinderat Ganderkesee engagiert \u2013 \u20acin H\u00f6he von 255 Euro zu \u00fcbernehmen. Zwar sei der Einwand der Stadt nicht von der Hand zu weisen, dass die Antragstellerin das \u201eBudget nicht vollst\u00e4ndig zweckentsprechend verwendet\u201c habe. Ursache daf\u00fcr sei nach Einsch\u00e4tzung des Gerichtes aber, dass die 53-J\u00e4hrige aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden mit der Verwaltung dessen \u00fcberfordert gewesen sei. Dieses sei \u201ekein Grund, die Weiterzahlung des pers\u00f6nlichen Budgets abzulehnen\u201c, wie es im Urteil hei\u00dft, \u201eweil gerade in solchen Situationen dem Hilfeberechtigten eine Budgetassistenz zur Verwaltung des pers\u00f6nlichen Budgets bewilligt werden k\u00f6nne, um eine den gesetzlichen Vorschriften entsprechende Verwendung des pers\u00f6nlichen Budgets sicherzustellen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses wiederum erm\u00f6glicht ihr die eigenst\u00e4ndige Organisation von Pflege und Eingliederungshilfe in ihrer Wohnung \u2013 quasi eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. \u201eDas Oldenburger Modell sieht einen Pflegedienst f\u00fcr mich vor, der alle zwei Stunden mal bei mir reinschaut und mich im Haus gefangen h\u00e4lt\u201c, sagt Steffgen, \u201eaber soll ich denn den ganzen Tag im Bett liegen?\u201c Klar, eine rhetorische Frage \u2013 gestellt allerdings in Hamburg und in Begleitung von Agnieszka Dubik, was so ziemlich alles beantwortet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Einigung erwartet<\/h3>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Kosten f\u00fcr den Pflegedienst vorher bei bis zu 7000 Euro monatlich gelegen haben sollen, so Steffgen, kostet das neue Modell rund 3400 Euro. Von der Pflegekasse erhalte sie mit Pflegegrad 4 insgesamt 728 Euro; weitere Kosten f\u00fcr Lohn, Verpflegung und Wohnung der 34-j\u00e4hrigen Pflegekraft \u00fcbernimmt somit das zust\u00e4ndige Oldenburger Sozialamt.<\/p>\n\n\n\n<p>Dort will man nach dem Urteil des Sozialgerichts nun zeitnah \u00fcber die Hilfegew\u00e4hrung \u00fcber den 28. Februar hinaus befinden \u2013 im Dialog mit Steffgen, wie man ank\u00fcndigt, um so \u201ezu einer Einigung zu kommen, die beiden Seiten gerecht wird\u201c. Es bleibt den Verantwortlichen ja nun nach dem Willen Justitias auch keine andere Wahl.<\/p>\n\n\n\n<p>Tats\u00e4chlich gehen die W\u00fcnsche der beiden Parteien weit auseinander. W\u00e4hrend Steffgen ein tr\u00e4ger\u00fcbergreifendes pers\u00f6nliches Budget mit etwa 12\u200a600 Euro beziffert hatte, sieht die Stadt aufgrund entsprechender&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/news\/mdk\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">MDK<\/a>-Gutachten (<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/news\/medizinischer-dienst-der-krankenkassen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Medizinischer Dienst der Krankenkassen<\/a>) keinen derartigen Bedarf einer 24-Stunden-Pflege.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Sozialamt wirft mir vor, dass ich viel unterwegs sei\u201c, sagt sie, \u201ewenn ich Ausfl\u00fcge machen kann, dann w\u00e4re ich wohl auch nicht so krank und br\u00e4uchte auch nicht so viel Unterst\u00fctzung. Aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.\u201c Steffgen wolle einfach nur am Leben teilhaben \u2013 und dabei helfe ihr Dubik wie nichts anderes. \u00dcber das noch nicht rechtskr\u00e4ftige Urteil des Sozialgerichts freue sie sich, ein wenig Skepsis ob der anstehenden Gespr\u00e4che mit der Stadt aber bliebe. \u201eIch habe schon acht Prozesse gegen das Sozialamt gef\u00fchrt \u2013 und alle gewonnen\u201c, sagt sie fast drohend, \u201ees w\u00fcrde mich nicht wundern, wenn wir wieder dort landen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Menschen&nbsp;mit Behinderungen oder von Behinderung Bedrohte haben einen individuellen Anspruch auf Leistungen zur Rehabilitation und gleichberechtigten Teilhabe. Und sie haben ein Recht darauf, \u00fcber ihr Leben selbst zu bestimmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wunsch-&nbsp;und Wahlrecht der Betroffenen steht im Vordergrund. Niemand soll wegen Art und Schwere seiner Behinderung oder wegen des Umfangs der ben\u00f6tigten Leistungen ausgegrenzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Regel&nbsp;erhalten Empf\u00e4nger am Monatsanfang ihr Budget f\u00fcr den ganzen Monat. Damit kaufen sie sich dann selbst die Leistungen ein, wie zum Beispiel Assistenz. Als Expertinnen und Experten in eigener Sache entscheiden behinderte Menschen somit selbst, welche Hilfen f\u00fcr sie am besten sind und welcher Dienst und welche Person zu dem von ihnen gew\u00fcnschten Zeitpunkt eine Leistung erbringen soll.<\/p>\n\n\n\n<p>Die H\u00f6hedes Budgets soll den individuell festgestellten Bedarf decken. Bei Untersuchungen lag das kleinste Budget bei 36 Euro, das h\u00f6chste bei rund 13000 Euro, die Mehrheit der bewilligten Budgetsummen lag zwischen 200 und 800 Euro im Monat.<\/p>\n\n\n\n<p>Mehr Infos&nbsp;im Netz unter&nbsp;<a href=\"http:\/\/bit.ly\/persbudget\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">&nbsp; bit.ly\/persbudget&nbsp;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Anzeige am 27.12.2017 in der NWZ Ausgabe Oldenburg<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">SOZIALGERICHT<br>Zur Pflege gibt\u2019s keine Sachleistung, sondern ein Budget<\/h2>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/ort\/oldenburg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">OLDENBURG<\/a>&nbsp;Das&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/news\/sozialgericht\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sozialgericht<\/a>&nbsp;Oldenburg hat das&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/news\/sozialamt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sozialamt<\/a>&nbsp;der Stadt Oldenburg in einem Eil-Beschluss (Az S 21 SO 47\/17 ER) verpflichtet, einer schwerbehinderten 53-j\u00e4hrigen Frau die ihr zustehenden Hilfen zur Pflege sowie Einlieferungshilfen vorl\u00e4ufig weiter in Form eines \u201ePers\u00f6nlichen Budgets\u201c zu zahlen. Die Stadt hatte ihr das Geld zuvor gestrichen, weil die 53-J\u00e4hrige das pers\u00f6nliche Budget \u201ezweckwidrig verwendet habe\u201c, wie es hie\u00df.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Ganderkeeserin leidet an einer seltenen neurologischen Erkrankung. Sie ist dadurch auf einen Rollstuhl angewiesen und muss kontinuierlich mit Sauerstoff versorgt werden. \u201eAufgrund ihrer schweren Behinderung ist sie in ihrer Lebensf\u00fchrung einschlie\u00dflich Mobilit\u00e4t und Koordinationsf\u00e4higkeit stark eingeschr\u00e4nkt\u201c, so das Sozialgericht. Von der Stadt Oldenburg wurde ihr ein pers\u00f6nliches Budget in H\u00f6he von \u00fcber 3874 Euro\u20ac zun\u00e4chst begrenzt bis Juli 2017 gew\u00e4hrt. Dieses erm\u00f6glichte ihr die eigenst\u00e4ndige Organisation von Pflege und Eingliederungshilfe in ihrer Wohnung. Ab dem 1. August 2017 wollte die Stadt darauf nur noch Sachleistungen \u00fcbernehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit Beschluss vom 15. Dezember hat das Sozialgericht Oldenburg nun aber die Stadt Oldenburg verpflichtet, das bis Juli 2017 gezahlte pers\u00f6nliche Budget bis Ende Februar 2018 in bisheriger H\u00f6he vorl\u00e4ufig weiter zu zahlen. Zudem hat das Sozialgericht die Stadt verpflichtet, monatlich Kosten f\u00fcr eine Budgetassistenz in H\u00f6he von 255 Euro \u20ac zu \u00fcbernehmen. In seinem Beschluss ist das Sozialgericht davon ausgegangen, dass der Bedarf an Eingliederungshilfe und Hilfe zur Pflege bei der Antragstellerin weiter zumindest in unver\u00e4nderter Form besteht. Die Stadt sei auch nicht berechtigt gewesen, anstatt des von der 53-J\u00e4hrigen verlangten Pers\u00f6nlichen Budgets Sachleistungen zu erbringen. Zwar sei der Einwand der Stadt Oldenburg nicht von der Hand zu weisen, dass die Antragstellerin das pers\u00f6nliche Budget nicht vollst\u00e4ndig zweckentsprechend verwendet habe. Ursache daf\u00fcr sei nach Einsch\u00e4tzung des Gerichtes aber, dass die Antragstellerin aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden mit der Verwaltung des Pers\u00f6nlichen Budgets \u00fcberfordert gewesen sei.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses sei jedoch \u201ekein Grund, die Weiterzahlung des Pers\u00f6nlichen Budgets abzulehnen\u201c, wie es hei\u00dft, \u201eweil gerade in solchen Situationen dem Hilfeberechtigten eine Budgetassistenz zur Verwaltung des pers\u00f6nlichen Budgets bewilligt werden k\u00f6nne, um eine den gesetzlichen Vorschriften entsprechende Verwendung des Pers\u00f6nlichen Budgets sicherzustellen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Entscheidung ist noch nicht rechtskr\u00e4ftig.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Hilfegew\u00e4hrung \u00fcber den 28. Februar 2018 hinaus will die Stadt fr\u00fchzeitig Gespr\u00e4che mit der 53-J\u00e4hrigen f\u00fchren. \u201eNach M\u00f6glichkeit soll es noch im Januar einen gemeinsamen Termin geben\u201c, bei dem das Sozialamt versuchen will, zu einer Einigung zu kommen, die beiden Seiten gerecht wird &#8211; so hei\u00dft es von Seiten der Stadt.<\/p>\n\n\n\n<p>Anzeige von&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kreiszeitung.de\/lokales\/oldenburg\/ganderkesee-ort58756\/selbstbestimmung-eine-freiheit-9469071.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Kreiszeitung am 21.12.2017&nbsp;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Susanne Steffgen erh\u00e4lt wieder pers\u00f6nliches Budget<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u201eSelbstbestimmung ist eine Freiheit\u201c<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>21.12.17<\/p>\n\n\n\n<p><br><br><a href=\"https:\/\/www.kreiszeitung.de\/lokales\/oldenburg\/ganderkesee-ort58756\/selbstbestimmung-eine-freiheit-9469071.html#\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">+<\/a>\u00a9&nbsp;Pleu\u00df<br><br>Susanne Steffgen freut sich, dieses Jahr Weihnachten in ihrer Wohnung verbringen zu k\u00f6nnen.<br><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ganderkesee &#8211; Es war ein langer und belastender Weg f\u00fcr Susanne Steffgen aus Ganderkesee, die seit einigen Jahren an einer Nervenkrankheit leidet. Doch gemeint ist nicht nur das Handicap der Frau, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist, sondern der Prozess vor dem Sozialgericht Oldenburg, der sie die vergangenen Monate begleitete.&nbsp;<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Doch das Urteil ist nun da und bringt ihr Gerechtigkeit: Die Ganderkeseerin darf wieder selbst, mittels eines pers\u00f6nlichen Budgets, ihre Ausgaben verwalten. Die Voraussetzung daf\u00fcr ist, dass sie monatliche Kosten in H\u00f6he von 255 Euro f\u00fcr eine \u201eBudgetassistenz\u201c \u00fcbernehmen muss.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Hintergrund: Zwischen Steffgen und dem f\u00fcr sie zust\u00e4ndigen Sozialamt war es zum&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kreiszeitung.de\/lokales\/oldenburg\/ganderkesee-ort58756\/behinderte-liegt-sozialamt-clinch-8678141.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Streit gekommen<\/a>. Das Amt hatte ihr im Januar nach zwei abgelehnten Antr\u00e4gen im dritten Versuch ein pers\u00f6nliches Budget nach dem Sozialgesetzbuch gew\u00e4hrt. \u201eMit dem Geld kann ich meine Pflege selbst ,kaufen\u2018 und verwalten\u201c, erkl\u00e4rt Steffgen. Das ist eine Form der Selbstbestimmung, die f\u00fcr sie Freiheit bedeutet.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Amt hat ihr den Umgang mit dem Geld nicht zugetraut<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das wollte das Sozialamt jedoch \u00e4ndern und nannte Alternativen wie die Beauftragung eines Pflegedienstes oder eine Pflegekraft. Da Erstere den Umfang ihres Assistenzbedarfs nicht decken w\u00fcrde und die Besch\u00e4ftigung einer Privatperson zu dem vorgegebenen Mindestlohn nicht umsetzbar sei, fielen diese M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Steffgen aus. \u201eIch brauche mittlerweile 24 Stunden am Tag eine Assistenz, und der Pflegedienst ist nicht rund um die Uhr vor Ort. Ich kann ja nicht mal alleine auf Toilette gehen\u201c, so die Ganderkeseerin.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Grund f\u00fcr die \u00c4nderung sei es laut Steffgen gewesen, dass das Amt ihr den Umgang mit dem Geld nicht zugetraut habe. Zu unrecht, wie auch das Sozialgericht befand: Dort wurde ihr nun Recht gegeben, und das Sozialamt muss das pers\u00f6nliche Budget weiterhin zahlen \u2013 bis Februar. \u201eBis dahin muss ein Dialog zwischen mir und dem Sozialamt stattgefunden haben\u201c, so Steffgen. Auf jeden Fall sei sie froh, das erste Mal seit f\u00fcnf Jahren das Weihnachtsfest in ihrer eigenen Wohnung und nicht im Pflegeheim verbringen zu k\u00f6nnen. \u2005- alp<\/p>\n\n\n\n<p>Anzeige im&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/region\/niedersachsen_artikel,-rollstuhlfahrerin-bekommt-recht-vor-gericht-_arid,1681343.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Weser Kurier am 18.12.2017<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><br>Pers\u00f6nliches Budget<br><br><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Rollstuhlfahrerin bekommt Recht vor Gericht<\/h1>\n\n\n\n<p><strong>Silke Looden<\/strong>&nbsp;18.12.2017<a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/region\/niedersachsen_artikel,-rollstuhlfahrerin-bekommt-recht-vor-gericht-_arid,1681343.html#comments\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">0 Kommentare<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das Sozialamt Oldenburg muss Susanne Steffgen ein pers\u00f6nliches Budget f\u00fcr die Pflege zahlen. Die 53-J\u00e4hrige hat eine seltene Nervenerkrankung und will ihre Pflege selbst organisieren, anstatt im Heim<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br>Rollstuhlfahrerin Susanne Steffgen mit ihrer Betreuerin Agnieszka Dubik.&nbsp;(Ingo Moellers)<br><\/p>\n\n\n\n<p>Die frohe Botschaft f\u00fcr Susanne Steffgen kam noch vor Weihnachten. Im Eilverfahren hat das Oldenburger Sozialgericht der Rollstuhlfahrerin aus Ganderkesee recht gegeben. Auch wenn das Hauptsacheverfahren noch aussteht, hat sich das Gericht klar positioniert: Die 53-J\u00e4hrige, die 24 Stunden auf Hilfe angewiesen ist, hat einen Anspruch auf ein pers\u00f6nliches Budget, um ihre Pflege selbst zu organisieren. Geklagt hatte die an einer seltenen Nervenerkrankung leidende Frau gegen das Sozialamt Oldenburg, das ihre Pflege auf Sachleistungen reduzieren wollte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch freue mich sehr, dass das Gericht meinen Anspruch auf das pers\u00f6nliche Budget anerkannt hat und den Bescheid des Sozialamtes f\u00fcr rechtswidrig erkl\u00e4rt hat\u201c, sagt die Betroffene. Monatelang hatte sie um ihr Recht gek\u00e4mpft und bef\u00fcrchtet, dass sie wieder gegen ihren Willen ins Heim muss. Jetzt kann sie ihre Pflegekraft aus Polen weiter besch\u00e4ftigen und in ihrer Wohnung in Ganderkesee bleiben. \u201eK\u00e4mpfen lohnt sich\u201c, sagt sie.<\/p>\n\n\n\n<p><br><br>Mehr zum Thema<br><br><a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/region\/niedersachsen_artikel,-rollstuhlfahrerin-kaempft-um-teilhabe-_arid,1655144.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Rollstuhlfahrerin k\u00e4mpft um Teilhabe<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Bislang kann Susanne Steffgen ein selbstbestimmtes Leben f\u00fchren. Die Rollstuhlfahrerin bekommt vom &#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/region\/niedersachsen_artikel,-rollstuhlfahrerin-kaempft-um-teilhabe-_arid,1655144.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">mehr&nbsp;\u00bb<\/a><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>Bis Ende Februar muss das Sozialamt der Betroffenen nun monatlich rund 3800 Euro zahlen. Dabei handelt es sich um eine Pauschale f\u00fcr alle Pflegedienstleistungen \u2013 ganz egal, ob es sich um die medizinische Versorgung mit dem Sauerstoffger\u00e4t, um Unterst\u00fctzung beim Essen, um einen Einkauf oder einen Spaziergang handelt.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas ist insgesamt g\u00fcnstiger, als wenn das Sozialamt jede Leistung einzeln abrechnen muss\u201c, erkl\u00e4rt die Betroffene, die beispielsweise die Unterbringung ihrer Pflegekraft von dem Budget bezahlt. Diese wohnt gleich in der Nachbarschaft im Wohnpark am Fuchsberg.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Stadt muss neue Sachlache pr\u00fcfen<\/h2>\n\n\n\n<p>\u201eViele wissen gar nicht, dass es das pers\u00f6nliche Budget gibt\u201c, sagt Susanne Steffgen und kann es nur empfehlen. \u201eWer seine Pflege selbst organisiert, kann auch im Rollstuhl ein wirklich selbstbestimmtes Leben f\u00fchren.\u201c So begleitet die Polin die Pflegebed\u00fcrftige beispielsweise auch auf Reisen oder zu Kulturveranstaltungen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWenn ich dagegen Sachleistungen erhalte, muss ich jede einzeln beantragen. Das kann dauern\u201c, erkl\u00e4rt sie das Problem. Das Gericht hat das Sozialamt aufgefordert, Budgetverhandlungen mit Susanne Steffgen aufzunehmen, um die Details f\u00fcr die Zahlungen ab M\u00e4rz zu kl\u00e4ren. Die Betroffene zeigt sich verhandlungsbereit. Der Stadt Oldenburg indes liegt das Urteil noch nicht vor.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Nachfrage erkl\u00e4rt Sprecher Stephan Onnen, dass die Stadt die neue Sachlage erst einmal pr\u00fcfen m\u00fcsse. Die zust\u00e4ndige Dezernentin war am Montag nicht zu sprechen. Susanne Steffgen ist jedenfalls froh, dass sie Weihnachten zu Hause verbringen kann und nicht wieder ins Heim muss. \u201eDie Angst ist noch nicht ganz weg, aber ich schaue zuversichtlich in die Zukunft.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><br><br><br>Mehr zum Thema<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li><a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/region\/niedersachsen_artikel,-rollstuhlfahrerin-kaempft-um-teilhabe-_arid,1655144.html\"><strong>Amt will 53-J\u00e4hriger Budget streichen:&nbsp;Rollstuhlfahrerin k\u00e4mpft um Teilhabe<\/strong><\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Achtung am 12.10.2017 war RTL Nord da und hat bei mir einen Bericht \u00fcber das Pers\u00f6nliche Budget gedreht. Es wurde am 19.10.2017 in RTL Niedersachsen\/Bremen&nbsp;in den 18 Uhr Nachrichten ausgestrahlt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Zum Link:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\nhttp:\/\/rtlnord.de\/nachrichten\/muessen-hilfsbeduerftige-bald-auf-das-persoenliche-pflegebudget-verzichten-19875.html\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>&nbsp;Bericht Weser Kurier&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.weser-kurier.de\/region\/niedersachsen_artikel,-rollstuhlfahrerin-kaempft-um-teilhabe-_arid,1655144.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">vom 06.10.2017<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Amt will 53-J\u00e4hriger Budget streichen<br><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Rollstuhlfahrerin k\u00e4mpft um Teilhabe&nbsp;<\/h1>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\"><strong>Silke Looden<\/strong>&nbsp;<\/h1>\n\n\n\n<p>Bislang kann Susanne Steffgen ein selbstbestimmtes Leben f\u00fchren. Die Rollstuhlfahrerin bekommt vom Sozialamt Oldenburg ein Budget, das sie verwalten kann. Das Budget soll jetzt aber ersetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sozial-gut.de\/.cm4all\/uproc.php\/0\/.Weser-Kurier-jpg_1.jpg\/picture-200?_=15ef39de970\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Susanne Steffgen wird rund um die Uhr von Agnieszka Dubik betreut. (INGO MOELLERS)<br><\/p>\n\n\n\n<p>Susanne Steffgen sitzt im Rollstuhl. Die 53-J\u00e4hrige aus Ganderkesee braucht 24 Stunden am Tag Hilfe. Das best\u00e4tigen ihre \u00c4rzte. Bislang zahlt das Sozialamt Oldenburg der schwerkranken Frau ein pers\u00f6nliches Pflege-Budget, das sie selbst verwalten kann. \u201eDamit kann ich ein selbstbestimmtes Leben f\u00fchren\u201c, erkl\u00e4rt sie. Jetzt aber will das Amt das Budget streichen und stattdessen Sachleistungen f\u00fcr die Pflege der Schwerkranken in Auftrag geben. Susanne Steffgen will diese Fremdbestimmung nicht akzeptieren und klagt dagegen vor dem \u00adSozialgericht.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine seltene Nervenerkrankung zwingt Susanne Steffgen in den Rollstuhl. Ihre \u00adkleine Wohnung im Wohnpark am Fuchsberg ist behindertengerecht: Ein Fahrstuhl f\u00fchrt hinauf in den zweiten Stock. Die T\u00fcren sind extra breit. Rund um die Uhr braucht sie Unterst\u00fctzung. Ganz gleich, ob sie ins Bad muss oder etwas essen will. \u201eOhne die Hilfe von Agnieszka geht gar nichts\u201c, sagt Susanne Steffgen. Agnieszka Dubik kommt aus Polen. Die Pflegekraft schneidet das Brot f\u00fcr ihre Patientin in mundgerechte St\u00fccke, damit sie es trotz der L\u00e4hmung in der Speiser\u00f6hre schlucken kann. Wenn die L\u00e4hmung zu stark ist, gibt es Sondenkost. Die Patientin bezahlt ihre Pflegekraft vom pers\u00f6nlichen Budget.<\/p>\n\n\n\n<p>Immer in der N\u00e4he<\/p>\n\n\n\n<p>Agnieszka Dubik ist immer in der N\u00e4he. Die 34-J\u00e4hrige wohnt im selben Wohnpark, in derselben Etage. Die Kosten daf\u00fcr bestreitet Susanne Steffgen \u2013 ebenfalls vom pers\u00f6nlichen Budget. \u201eSo ist sie immer erreichbar, hat aber auch ihre Privatsph\u00e4re\u201c, erkl\u00e4rt die 53-J\u00e4hrige. Die beiden gehen zusammen zum Arzt, zur Therapie, zum Einkaufen, machen Spazierg\u00e4nge und Ausfl\u00fcge. \u201eDas alles w\u00e4re mit einem Pflegedienst nicht m\u00f6glich\u201c, erkl\u00e4rt Susanne Steffgen. Sechs Stunden Pflege am Tag wolle ihr das Sozialamt zugestehen. \u201eWas, wenn die sechs Stunden vorbei sind? Ich kann nicht einmal allein zur Toilette gehen.\u201c Verzweiflung flackert in ihren Augen auf.<\/p>\n\n\n\n<p>In einem Eilverfahren hat das Sozialgericht nun entschieden, dass das Sozialamt der Rollstuhlfahrerin das pers\u00f6nliche Budget noch bis Ende Oktober zahlen muss, bis \u00fcber den Fall entschieden ist. Die Ungewissheit macht Susanne Steffgen zu schaffen. \u201eDas Rechtsstreit kostet Kraft, die ich eigentlich nicht habe\u201c, sagt sie mit br\u00fcchiger Stimme. Agnieszka \u00fcberpr\u00fcft den Schlauch f\u00fcr die Sauerstoffzufuhr. Das Luftholen f\u00e4llt der Kranken h\u00f6rbar schwer\u2013 genauso wie jede Bewegung eine Anstrengung bedeutet. \u201eStellen Sie sich vor, Sie haben ein Gewicht am Arm und m\u00fcssen ihn heben\u201c, beschreibt sie, wie sich die Nervenerkrankung anf\u00fchlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Oldenburger Sozialamt indes will sich zu dem laufenden Verfahren vor dem Sozialgericht nicht offiziell \u00e4u\u00dfern. Hinter vorgehaltener Hand ist allerdings zu erfahren, dass man der Betroffenen die Verwaltung des pers\u00f6nlichen Budgets nicht zutraut. \u201eIch habe davon zum Beispiel ein Wlan-Radio gekauft, damit Agnieszka polnische Sender h\u00f6ren kann. Das wurde vom Amt nicht anerkannt\u201c, erkl\u00e4rt die Betroffene den Streit \u00fcber die Verwendung des Budgets. Au\u00dferdem habe sie der Pflegekraft ein Fahrrad gekauft, \u201edamit ich ihr mit dem elektrischen Rollstuhl nicht davonfahre\u201c. Die Einlassung zeugt von einem Rest Humor. Tats\u00e4chlich kann die Pflegekraft die Eink\u00e4ufe mit dem Rad schneller erledigen und ist entsprechend fr\u00fcher zur\u00fcck.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas eigene Budget bedeutet Freiheit\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Susanne Steffgen kann die Einw\u00e4nde des Sozialamtes nicht verstehen. Das pers\u00f6nliche Budget sei doch nur halb so teuer wie die Sachleistungen, die das Sozialamt stattdessen f\u00fcr einen Pflegedienst \u00fcbernehmen wolle. \u201eAu\u00dferdem gibt es keinen Pflegedienst in Ganderkesee, der die notwendigen Kapazit\u00e4ten zum Mindestlohn anbietet\u201c, wei\u00df Susanne Steffgen. F\u00fcr sie sind die Forderungen des Sozialamtes schlicht unrealistisch. Sie hofft, dass sie ihr Recht auf Teilhabe doch noch durchsetzen kann. \u201eEs ist schon schwer genug, mit der Krankheit zu leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMeine gr\u00f6\u00dfte Angst ist, dass ich wieder ins Heim muss\u201c, erz\u00e4hlt sie. Dort hatte sie nach einem l\u00e4ngeren Krankenhausaufenthalt schon einmal gegen ihren Willen bleiben m\u00fcssen. Auch damals gab es Streit mit dem Sozialamt \u2013 wegen der Kosten\u00fcbernahme f\u00fcr die Pflege zu Hause. \u201eDann ist \u00admeine Freundin eingesprungen. Statt zwei Wochen ist sie zwei Monate geblieben, aber das ist auf Dauer keine L\u00f6sung\u201c, betont Susanne Steffgen. Ihr geht es nicht nur um ihr eigenes Recht auf Teilhabe. \u201eIch k\u00e4mpfe auch f\u00fcr andere Behinderte. Viele wissen gar nicht, dass es das pers\u00f6nliche Budget gibt\u201c, sagt die 53-J\u00e4hrige, die sich auch als Ratsfrau f\u00fcr die Linke im Gemeinderat engagiert, und betont: \u201eDas eigene Budget bedeutet Freiheit.\u201c Fr\u00fcher habe sie lange warten m\u00fcssen, bis das Amt ihr eine Reise zu ihrer Mutter nach Speyer genehmigt habe. Heute k\u00f6nne sie die Reise selbst organisieren und vom Budget bezahlen. Auch bei den Reisen ist Agnieszka Dubik dabei. Und wenn die Polin selbst einmal Urlaub braucht, schickt der polnische Pflegedienst eine Vertretung nach Deutschland.<\/p>\n\n\n\n<p>Bericht Kreiszeitung Wildeshausen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.kreiszeitung.de\/lokales\/oldenburg\/ganderkesee-ort58756\/behinderte-liegt-sozialamt-clinch-8678141.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">vom 12.09.2017<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Ganderkeseerin erhebt schwere Vorw\u00fcrfe\u200a<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Behinderte liegt mit Sozialamt im Clinch<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sozial-gut.de\/.cm4all\/uproc.php\/0\/.Kreiszeitung-Wildeshausen.jpg\/picture-200?_=15ef3d3e1d8\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><br>Susanne Steffgen streitet sich mit dem Sozialamt um die Ausgestaltung ihrer Pflege.<br><\/p>\n\n\n\n<p>Ganderkesee\/Oldenburg &#8211; Die 54-j\u00e4hrige, schwer kranke Rollstuhlfahrerin Susanne Steffgen aus Ganderkesee bef\u00fcrchtet, infolge eines Streits mit dem f\u00fcr sie zust\u00e4ndigen Sozialamt in Oldenburg in eine Privatinsolvenz zu rutschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zwischen der nach eigenen Angaben stark pflegebed\u00fcrftigen Frau und der Beh\u00f6rde gibt es offenbar verschiedene Ansichten um die Bezahlung und Gestaltung ihrer Pflege. Sie f\u00fchlt sich menschenunw\u00fcrdig behandelt, wie die Ganderkeseer Ratsfrau in einer E-Mail schreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Konkret geht es darum, dass ihr das Amt im Januar ein pers\u00f6nliches Budget nach dem Sozialgesetzbuch gew\u00e4hrt habe, dies aber nun \u00e4ndern wolle. \u201eIch bekomme Geld vom Sozialamt, mit dem ich mir eigenverantwortlich meine Pflege einkaufe und abrechne. Das hat mir ein selbstbestimmteres Leben erm\u00f6glicht. Aber das Sozialamt will mir meine Selbstbestimmung wieder nehmen\u201c, so Steffgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Alternativ habe die Beh\u00f6rde vorgeschlagen, einen Pflegedienst zu beauftragen. \u201eDieses Modell ist schon allein deshalb nicht umsetzbar, da es in Ganderkesee keinen Dienst gibt, der die notwendigen Kapazit\u00e4ten frei hat\u201c, meint Steffgen. Eine weitere M\u00f6glichkeit sehe vor, dass sie Pflegekr\u00e4fte f\u00fcr den Mindestlohn, 8,84 Euro pro Stunde, einstelle. \u201eF\u00fcr diese Bezahlung lassen sich keine Pflegekr\u00e4fte finden\u201c, so Steffgen. \u201eNach meinem Einspruch gegen den entsprechenden Bescheid bekomme ich derzeit vom Sozialamt \u00fcberhaupt keine Leistungen. Weil ich aber auf meine Pflege nicht verzichten kann, laufe ich sehenden Auges in die Privatinsolvenz rein. So l\u00e4sst mich das Sozialamt jetzt am ausgestrecktem Arm verhungern\u201c, erhebt Steffgen heftige Vorw\u00fcrfe.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beschwerde, sie w\u00fcrde derzeit \u00fcberhaupt keine Leistungen erhalten, \u201eist falsch\u201c, teilte das Sozialamt dazu mit. Am Montagmorgen sei ein weiterer Bescheid herausgegangen, in dem Steffgen die \u00dcbernahme der entstehenden Kosten f\u00fcr die Pflege auf Nachweis zugesichert werde \u2013 zumindest bis zur gerichtlichen Entscheidung.<\/p>\n\n\n\n<p>Aus datenschutzrechtlichen Gr\u00fcnde k\u00f6nne das Amt nicht auf den Einzelfall eingehen, aber: \u201eGrunds\u00e4tzlich werden unsere Leistungen sorgf\u00e4ltig gepr\u00fcft, damit die Situation der Menschen vor Ort einer bedarfsdeckenden Versorgung zugef\u00fchrt werden kann. Um gute L\u00f6sungen auch f\u00fcr schwierigste Situationen zu finden, werden Hausbesuche gemacht, an denen unterschiedliche Professionen aus den Bereichen Eingliederungshilfe und Hilfe zur Pflege beteiligt sind.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Das Wunsch- und Wahlrecht der Leistungsberechtigten st\u00fcnde im Vordergrund \u201eunseres Handelns im Rahmen der rechtlichen Gegebenheiten\u201c, so ein Sprecher. \u201eIn dem Schreiben von Steffgen fehlen leider wesentliche Aspekte, die f\u00fcr unsere Entscheidung ma\u00dfgeblich waren, auf die wir aus datenschutzrechtlichen Gr\u00fcnden aber ebenfalls nicht eingehen k\u00f6nnen.\u201c\u2005J bor<\/p>\n\n\n\n<p>Bericht NWZ&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/gesundheit\/wie-frau-steffgen-ihre-pflegekraft-fand_a_31,3,397672845.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">vom 30.05.2017<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Betreuung:&nbsp;&nbsp;Wie Frau Steffgen ihre Pflegekraft fand<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sonja Klanke&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br>Agnieszka Dubik (links) aus Polen pflegt derzeit Susanne Steffgen. Gemeinsam mit ihrer Pflegekraft kann Susanne Steffgen nun auch flexibler in den Urlaub fahren. Bild: Privat &nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br><br>&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sozial-gut.de\/.cm4all\/uproc.php\/0\/.NWZ-Pflege.jpg\/picture-200?_=15ef40296e0\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Da ihr der Pflegedienst zu unflexibel war, besorgte sich die&nbsp;&nbsp;Ganderkeseerin selbst eine Betreuerin. Die M\u00f6glichkeit des pers\u00f6nlichen Budgets nutzen nur wenige.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/ort\/ganderkesee\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ganderkesee<\/a>&nbsp;<\/strong><a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/person\/steffgen,susanne\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Susanne Steffgen<\/a>&nbsp;relaxt gerade bei ihrer Familie in Speyer. Fr\u00fcher waren solche Reisen umst\u00e4ndlich. Denn die 53-J\u00e4hrige leidet seit einem grippalen Infekt im Alter von 29 an CIDP, einer fortschreitenden entz\u00fcndlichen Erkrankung der peripheren Nerven,&nbsp;&nbsp;und ist auf den Rollstuhl angewiesen. Wollte sie ihre Familie besuchen, musste vor Ort ein Heimplatz her.<\/p>\n\n\n\n<p>In Ganderkesee k\u00fcmmerte sich jahrelang ein Pflegedienst um Susanne Steffgen.&nbsp;&nbsp;Bis zu f\u00fcnf Mal am Tag kamen Pflegekr\u00e4fte,&nbsp;&nbsp;die Uhrzeiten waren genau vorgeben. \u201eDieses Modell hat&nbsp;&nbsp;nichts damit zu tun, dass die zu pflegende Person selbstbestimmt handeln kann\u201c, \u00e4rgerte sich Steffgen.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch&nbsp;&nbsp;&nbsp;Susanne Steffgen hat ihr Problem selbst gel\u00f6st: Agnieszka Dubik&nbsp;&nbsp;aus Polen, die zwar keine gelernte Krankenschwester ist, aber zahlreiche Schulungen besucht hat, begleitet sie nicht nur in den Urlaub, sondern stellt auch zu Hause eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung sicher. Die&nbsp;&nbsp;bezahlt&nbsp;&nbsp;Steffgen mit dem pers\u00f6nlichen Budget, das sie beim&nbsp;&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/news\/sozialamt\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sozialamt<\/a>&nbsp;&nbsp;beantragt hat. Damit k\u00f6nnen behinderte Menschen Leistungen zur Teilhabe selbst einkaufen. Diese Form wurde&nbsp;&nbsp;zum 1. Juli 2001 eingef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend die Kosten f\u00fcr den Pflegedienst vorher bei bis zu 7000 Euro monatlich lagen, kostet das neue Modell rund 3400 Euro. Von der Pflegekasse erh\u00e4lt Susanne Steffgen mit Pflegegrad 4 insgesamt 728 Euro; weitere Kosten f\u00fcr&nbsp;&nbsp;Lohn, Verpflegung und Wohnung der 34-j\u00e4hrigen Pflegekraft \u00fcbernimmt das Sozialamt. Agnieszka Dubik wohnt in einem eigenen Apartment im selben Haus wie&nbsp;&nbsp;Steffgen. Der Ganderkeseerin ist es ein Anliegen, die Variante des pers\u00f6nlichen Budgets bekannt zu machen: \u201eMehr Menschen sollen davon profitieren k\u00f6nnen und menschenw\u00fcrdiger leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>In der Tat ist das Modell wenig verbreitet. So haben im Zust\u00e4ndigkeitsbereich des Servicezentrums Oldenburg der&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/news\/aok\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">AOK<\/a>-Niedersachsen,&nbsp;&nbsp;der Stadt und dem&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/news\/landkreis-oldenburg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Landkreis Oldenburg<\/a>, der Stadt&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/news\/delmenhorst\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Delmenhorst<\/a>&nbsp;sowie den Landkreisen Ammerland und Wesermarsch, bisher sieben Personen ein pers\u00f6nliches Budget beantragt, teilt&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.nwzonline.de\/person\/br%C3%BCggemann,martina\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Martina Br\u00fcggemann<\/a>&nbsp;von der AOK in Oldenburg mit. Einen Antrag auf ein pers\u00f6nliches Budget k\u00f6nnen Interessierte unter anderem bei ihrer Krankenkasse, Pflegekasse oder auch dem Sozialhilfetr\u00e4ger stellen. \u201eDort wird&nbsp;&nbsp;mit dem Betroffenen der Bedarf ermittelt. Wenn es um Leistungen mehrerer Tr\u00e4ger geht, muss eine Institution den Hut aufhaben, die mit dem zu Pflegenden eine Zielvereinbarung trifft\u201c, erkl\u00e4rt die Leiterin der Abteilung Pflege. Das pers\u00f6nliche Budget sei unterschiedlich hoch, je nach Pflegebedarf. \u201eBeachtet werden muss, dass nicht alle Leistungen budgetf\u00e4hig sind und es Leistungsbegrenzungen gibt. Das gilt auch f\u00fcr die eingesetzten Mitarbeiter. Nicht jeder gew\u00fcnschte Mitarbeiter verf\u00fcgt \u00fcber die notwendigen Qualifikationen und darf m\u00f6glicherweise auch nicht alle Leistungen erbringen\u201c, so Br\u00fcggemann. F\u00fcr einige k\u00f6nne das Modell genau das Richtige sein, da es leichter mit eigenen Interessen vereinbar sei. Martina Br\u00fcggemann weist jedoch auch auf den hohen Verwaltungsaufwand hin. \u201eDie Pflegebed\u00fcrftigen sind Arbeitgeber mit allen Pflichten, es sei denn, man beauftragt zum Beispiel einen Steuerberater.\u201c Au\u00dferdem sei zu bedenken, dass ein Pfleger auch Urlaub braucht oder krank werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier hat Susanne Steffgen vorgesorgt: Sie hat einen Vertrag mit einer Hamburger Firma geschlossen, die&nbsp;&nbsp;osteurop\u00e4ische Pflegekr\u00e4fte vermittelt. F\u00e4llt eine Kraft aus, wird Ersatz geschickt. Au\u00dferdem \u00fcbernimmt die Firma die Lohnsteuerabrechnungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Steffgen erh\u00e4lt eine Rechnung, die sie an das Sozialamt weiterleitet. Au\u00dferdem muss sie&nbsp;&nbsp;auflisten, welche Leistungen&nbsp;&nbsp;und Kosten angefallen sind. Aber das nimmt die Ratsfrau der Linken gerne auf sich, denn neben vielen Reisen freut sie sich nun auf mehr Zeit f\u00fcr ihre Ratsarbeit sowie viele kulturelle Veranstaltungen \u2013 eben mehr Teilhabe am \u00f6ffentlichen Leben.<br><\/p>\n\n\n\n<p>26.11.2016&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.nwzonline.de\/a_a_31,1,3822941407-tc.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Presseartikel von der NWZ<\/a><\/p>\n\n\n\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Immer wieder auf die Beine<\/h1>\n\n\n\n<p>Hadert nicht, sondern freut sich \u00fcber das, was sie kann: Susanne Steffgen in ihrer Wohnung am Fuchsberg.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sozial-gut.de\/.cm4all\/uproc.php\/0\/.LANDKREIS_GANDERKESEE_4_f2a9c2d1-0b6d-4c11-b078-947353255c9e--355x337.jpg\/picture-200?_=158b245e190\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>&nbsp;Bild:&nbsp;D. Wieting&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Mensch stelle sehr oft das Negative in den Vordergrund, meint&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.nwzonline.de\/person\/steffgen,susanne\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Susanne Steffgen<\/a>. \u201eIch habe erkannt, dass es mir nicht gut tut. Darum denke ich nicht dar\u00fcber nach, was ich nicht mehr kann \u2013&nbsp;&nbsp;sondern freue mich \u00fcber das, was ich noch kann\u201c, sagt die 52-J\u00e4hrige.&nbsp;&nbsp;Diese Einstellung verlangt mir den h\u00f6chsten Respekt ab, denn gerade Susanne Steffgen h\u00e4tte allen Grund, mit ihrem Schicksal zu hadern. Seit dem 1. November geh\u00f6rt sie dem Ganderkeseer Gemeinderat an und m\u00f6chte sich ganz besonders f\u00fcr sozial Benachteiligte einsetzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Aufgewachsen ist Susanne Steffgen mit f\u00fcnf Geschwistern in Rheinland-Pfalz, in Schifferstadt und Speyer. Sie war im zweiten&nbsp;&nbsp;Schuljahr, als bei ihr eine b\u00f6sartige Knochenvereiterung in beiden Ohren diagnostiziert wurde. Nach einem langen Krankenhausaufenthalt wurde sie geheilt entlassen, ihr H\u00f6rverm\u00f6gen&nbsp;&nbsp;ist seitdem aber beeintr\u00e4chtigt.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach der Hauptschule h\u00e4tte sie gern noch den Realschulabschluss gemacht, aber ihre Eltern legten ihr nahe, Geld zu verdienen. Ihr Vater besorgte ihr eine Lehrstelle als Maschinenschlosserin bei der Deutschen Bahn. \u201eDas hat mir sehr gut gefallen, da wir Auszubildende in dieser Werkstatt unter uns waren\u201c, erz\u00e4hlt Susanne Steffgen. Als sie danach in eine andere Firma wechselte,&nbsp;&nbsp;litt sie unter unertr\u00e4glichen Kopfschmerzen. Ein Facharzt stellte eine L\u00e4rm\u00fcberempfindlichkeit fest und erteilte Berufsverbot.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Susanne Steffgen schulte zur staatlich gepr\u00fcften Maschinenbautechnikerin um und machte Karriere in einem Ingenieurb\u00fcro als technische Betriebsleiterin. Aus pers\u00f6nlichen Gr\u00fcnden wechselte sie noch einmal den Beruf und lernte Versicherungskauffrau. Mit K\u00f6nnen und Engagement hatte sie schnell ihre eigene Agentur. Bei allem beruflichen Erfolg war sie auch immer bereit, f\u00fcr soziale Projekte Geld zu spenden.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Am&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.nwzonline.de\/ereignis\/2.%20weihnachtstag\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">2. Weihnachtstag<\/a>&nbsp;1993, dem 60. Geburtstag ihrer Mutter, konnte sie pl\u00f6tzlich nicht mehr stehen. Im Krankenhaus dann die schockierende Diagnose: CIDP,&nbsp;&nbsp;eine fortschreitende entz\u00fcndliche Erkrankung der peripheren Nerven. \u201eRollstuhl mit 29 Jahren? Das wollte ich nicht\u201c, erz\u00e4hlt mir Susanne Steffgen. Unterarmst\u00fctzen und ein Rollator halfen ihr bei der Fortbewegung. Sie lie\u00df sich nicht unterkriegen. 1995 machte sie sich mit ihrem damaligen Ehemann in Speyer mit einer Autoglaserei selbstst\u00e4ndig. Dann schlug das Schicksal wieder zu. Weil ihre Tochter Alexia unter Lungenproblemen litt, zog sie 2008 wegen des Klimas&nbsp;&nbsp;mit ihr nach Gro\u00dfheide in Ostfriesland. Allerdings waren hier die Wege weit und so zogen beide zwei Jahre sp\u00e4ter nach Oldenburg, wo sie mit \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln mobil war. Ein behindertengerechtes Auto konnte sie sich mit der kleinen Rente nicht leisten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Vor vier Jahren war sie gerade am Flughafen Hannover, als ihre Beine wieder den Dienst versagten. Sie setzte sich einfach auf den Boden, um sich kurz zu erholen, als im n\u00e4chsten Augenblick zwei Polizisten vor ihr standen: \u201ePenner d\u00fcrfen hier nicht rein. Bitte entfernen sie sich!\u201c Susanne Steffgen schleppte sich Richtung Rolltreppe und als sie wieder aufwachte, lag sie im Krankenhaus. Sie war die Rolltreppe heruntergest\u00fcrzt und durch diverse Prellungen f\u00fcr einige Zeit gel\u00e4hmt.<\/p>\n\n\n\n<p>Vom Krankenhaus ging es in ein Pflegeheim und da ihre Wohnung nicht barrierefrei war, musste sie wieder umziehen. Weil sich in der neuen Wohnung Schimmel ausgebreitet hatte und sie&nbsp;&nbsp;in Oldenburg keine bezahlbare, rollstuhlgerechte Wohnung fand,&nbsp;&nbsp;landete Susanne Steffgen in der Jungen Pflege im&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.nwzonline.de\/organisation\/wohnpark%20am%20fuchsberg\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wohnpark am Fuchsberg<\/a>&nbsp;in Ganderkesee. Seit einiger Zeit lebt sie in einer eigenen Wohnung auf dem Gel\u00e4nde dieser Einrichtung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Neben ihrer Krankheit musste sie auch in ihrer Familie einiges verkraften: Zwei&nbsp;&nbsp;Ehen scheiterten und eines ihrer vier Kinder verstarb im Alter von nur acht Wochen. Freunde bezeichnen Susanne Steffgen als \u201eStehaufm\u00e4nnchen\u201c, sonst h\u00e4tte sie wohl kaum die Kraft gehabt, sich auch noch politisch zu engagieren. Auf Anhieb schaffte sie den Einzug in den Rat \u2013 als einziges und erstes Mitglied der Partei \u201e<a href=\"http:\/\/www.nwzonline.de\/organisation\/die%20linke\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Die Linke<\/a>\u201c. Die Rolle der Einzelk\u00e4mpferin ist ihr nicht neu. Wenn jemand es versteht zu k\u00e4mpfen, dann sicher Susanne Steffgen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Susanne Steffgen,<\/strong>&nbsp;f\u00fcr Die Linke neu im Ganderkeseer Gemeinderat<\/p>\n\n\n\n<p>30.12.2016 Presseartikel von der Rheinpfalz Speyer<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Heimweg in Karlsruhe gestrandet es ist nicht egal, ob der Aufzug zu Gleis 2 und 3 des Speyerer Haupt-bahnhofs funktioniert oder nicht. Das sagt der gesunde Menschenverstand, und das wird bei Schilderung eines Schicksals wie dem von&nbsp;Susanne Steffgen&nbsp;besonders deutlich. Um so \u00e4rgerlicher sind die wiederholten Ausf\u00e4lle unter anderem im September und Oktober \u00fcber Wochen und zuletzt wieder seit kurz vor Weihnachten. Koffer Schlepper kommen in den allermeisten F\u00e4llen \u00fcber die Treppe zurecht, wer im Rollstuhl sitzt,&nbsp; hat es bedeutend schwieriger.&nbsp;Steffgen&nbsp;ist eine geb\u00fcrtige Schifferstadterin und hat in der Speyerer Auestra\u00dfe eine Autoglaserei betrieben, bevor sie in den Landkreis Oldenburg in Niedersachsen gezogen ist. \u00dcber Weihnachten und Neujahr ist sie in Speyer und hatte den Wunsch, zwei Tagesausfl\u00fcge zu einem Freund in Basel zumachen. Mit der Bahn. \u201eDie Verbindung ist eigentlich gut\u201c, sagt sie. Aber: Sie kommt momentan nicht auf Gleis 3, wo um 9.14 Uhr der Zug in Richtung S\u00fcden abf\u00e4hrt. Bahn-Personal, das helfen k\u00f6nnte, gibt es in Speyer nicht. Sie kenne die Empfehlungen der Bahn f\u00fcr Behinderte, betont die 52 J\u00e4hrige, die seit mehr als zwei Jahrzehnten auf den Rollstuhl angewiesen ist. Daher habe sie sich zwei Tage vor Fahrtantritt angemeldet und als einzige M\u00f6glichkeit auf gezeigt bekommen, bereits um 8.23 Uhr nach Schifferstadt zufahren und dort mit funktionierendem Aufzug in den Regionalexpress \u00fcber Speyer nach Karlsruhe zu gelangen. Sie w\u00e4re dazu bereit, so&nbsp;Steffgen, sei aber auf Pflegeangewiesen, und die erhalte sie erstum 8 Uhr.<\/p>\n\n\n\n<p>WAS LESER \u00c4RGERT:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Speyerer Bahnhof nicht Barriere frei .F\u00fcr 8.23 Uhr reiche es nicht. \u201eIch wei\u00df, ich bin hilflos, aber man muss es mir nicht jedes Mal so drastisch zeigen\u201c, sagt sie entt\u00e4uscht. Ihre erste Fahrt nach Basel unternahm sie am Freitag voriger Woche, einen zweiten Besuch hat sie heute geplant. Beim ersten Mal ist es nicht beim Tagesausflug geblieben:&nbsp;Steffgen&nbsp;hat sich f\u00fcr eine Fahr t\u00fcber Mannheim entschieden, weil diese in Speyer vom Barriere freizug\u00e4nglichen Gleis 1 startet. Konsequenz: Eine viel sp\u00e4tere Ankunft in Basel, und auf der R\u00fcckfahrt ein Stranden in Karlsruhe. \u201eIch musste die Nacht im Rollstuhl im Hauptbahnhof verbringen, das ist alles andere als angenehm. \u201cIhre Bitte an die Bahn, ihr jetzt eine Taxi fahrt nach Germersheim zu bezahlen, um den Zug zu erreichen, sei ab gelehnt worden, so&nbsp;Steffgen. Sie stellt nach rund einer Stunde am Bahn-Telefon fest: \u201eDie Teilhabe am \u00f6ffentlichen Leben wird mir oft erschwert bis unm\u00f6glich gemacht. \u201cDie Bahn bedauert auf Anfrage, dass sie bei Aufzugsausfall an manchen Bahnh\u00f6fen keine Alternative bieten kann. Es werde aber jeweils nach L\u00f6sungen gesucht: \u201eDas Thema, Barrierefreiheit\u2019 genie\u00dft bei uns hohe Priorit\u00e4t\u201c ,so ein Sprecher. Er verweist auf eine neue App \u201eDB Barrierefrei\u201c und Infos im Internet.&nbsp;Steffgen, kommunal f\u00fcr die Linke politisch aktiv, h\u00e4lt ihre eigene Internetseite dagegen: Sie versuche unter www.sozial-gut.de zu helfen.<\/p>\n\n\n\n<p>DONNERSTAG, 13. OKTOBER 2016 GANDERKESEE&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.nwzonline.de\/oldenburg-kreis\/politik\/ganderkeseerin_a_31,1,2077051606.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Artikel von der Nordwestzeitung<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ganderkeseerin k\u00e4mpft f\u00fcr sozial Schwache<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Susanne Steffgen zieht f\u00fcr&nbsp;<\/strong><strong>Die Linke in den Gemeinderat&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/strong><a href=\"http:\/\/www.nwzonline.de\/autor\/sonja-klanke\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Sonja Klanke<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br><br><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sozial-gut.de\/.cm4all\/uproc.php\/0\/.LANDKREIS_GANDERKESEE_2_46ad2651-5046-4cc4-a3ad-8329376fdef5-U101163146055vCD--600x337%40NWZ-Online.jpg\/picture-200?_=157bd529ef8\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>Susanne Steffgen wei\u00df, wie schwierig es ist, mit einer Krankheit am \u00f6ffentlichen Leben teilzuhaben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;Bild:&nbsp;Sonja Klanke&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Susanne Steffgen hat ein klares Ziel: Die 52-J\u00e4hrige will sich&nbsp;f\u00fcr sozial Benachteiligte einsetzen.<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p><strong><a href=\"http:\/\/www.nwzonline.de\/ort\/ganderkesee\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ganderkesee<\/a><\/strong>&nbsp;Erstmals ist Die Linke in diesem Jahr in Ganderkesee zur Gemeinderatswahl angetreten \u2013 mit einer Kandidatin: Und Einzelk\u00e4mpferin Susanne Steffgen war prompt erfolgreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Leben&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/www.nwzonline.de\/person\/steffgen,susanne\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Susanne Steffgen<\/a>&nbsp;wurde 1964 in Schifferstadt in Rheinland-Pfalz geboren. Erst seit 2014 lebt die 52-J\u00e4hrige, die seit einem grippalen Infekt im Alter von 29 an CIDP, einer fortschreitenden entz\u00fcndlichen Erkrankung der peripheren Nerven, leidet und auf den Rollstuhl angewiesen ist, in Ganderkesee. Aufgewachsen ist sie im rheinland-pf\u00e4lzischen Speyer. Steffgen absolvierte drei Ausbildungen: Maschinenschlosserin, staatlich gepr\u00fcfte Maschinenbautechnikerin und Versicherungskauffrau. Sie war unter anderem als Betriebsleiterin in einem Maschinenbaubetrieb t\u00e4tig, f\u00fchrte eine Autoglaserei und machte sich mit einer Versicherungsagentur selbstst\u00e4ndig. Mittlerweile lebt sie von einer kleinen Rente.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>2008 verschlug es Susanne Steffgen mit ihrer Familie in den Norden. Weil ihre Tochter Alexia unter Lungenproblemen litt, zog die Familie nach Gro\u00dfheide in Ostfriesland. \u201eDie Luft ist hier einfach besser\u201c, sagt Susanne Steffgen. Nach der Scheidung zog die vierfache Mutter mit Tochter Alexia nach Oldenburg. Doch nur vier Jahre sp\u00e4ter hatte sich in ihrer Wohnung Schimmel ausgebreitet. Da in Oldenburg keine bezahlbare, rollstuhlgerechte Wohnung zu finden war, zog Steffgen zun\u00e4chst in die Junge Pflege im Ganderkeseer Wohnpark Am Fuchsberg. Seit September lebt die 52-J\u00e4hrige nun in einer eigenen Wohnung auf dem Gel\u00e4nde der Einrichtung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Politik&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Schon in Gro\u00dfheide engagierte sich Steffgen politisch. Sie besuchte Sitzungen der&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.nwzonline.de\/organisation\/spd\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">SPD<\/a>, war aber kein offizielles Mitglied. Mit einer Freundin, die den Linken angeh\u00f6rt, diskutierte Steffgen vor einigen Monaten \u00fcber Politik und entschied sich, ebenfalls den Linken beizutreten. \u00dcber die Kandidatur bei der Gemeinderatswahl musste Steffgen nicht lange nachdenken: \u201eWenn schon, dann richtig.\u201c Vermutlich wird sie im Rat keine Einzelk\u00e4mpferin bleiben, verr\u00e4t Steffgen. Noch am Wahlabend habe es erste Angebote f\u00fcr eine Zusammenarbeit gegeben.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Ziele&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Susanne Steffgen will sich f\u00fcr sozial Benachteiligte einsetzen. \u201eOb finanzielle oder k\u00f6rperliche Einschr\u00e4nkungen, da unterscheide ich nicht\u201c, betont die 52-J\u00e4hrige. So fordert sie mehr Wohnraum f\u00fcr diese Zielgruppe oder auch Taxischeine, die die Gemeinde zur Verf\u00fcgung stellt. Auf ihrer Internetseite www.sozial-gut.de sammelt sie derzeit barrierefreie Einrichtungen in Ganderkesee, die sie \u00fcbersichtlich darstellen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p>Wunsch&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSozial Benachteiligten Leuten soll die Teilnahme am Leben erm\u00f6glicht werden, ich wei\u00df aus eigener Erfahrung, dass das dringend notwendig ist.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;___________________________________________________________________________&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>K\u00e4mpfernatur im Ganderkeseer Rat&nbsp;Susanne Steffgen<\/strong><strong>&nbsp;will sich&nbsp;<\/strong><strong>f\u00fcr sozial Schwache&nbsp;einsetzen<\/strong>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<br><br><em>Neuling in der Kommunalpolitik: Susanne Steffgen (Die Linke)&nbsp;<strong>hat einen Ratssitz gewonnen<\/strong>.&nbsp;<\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/sozial-gut.de\/.cm4all\/uproc.php\/0\/.2009-susanne-steffgen_201609211232_full.jpg\/picture-200?_=157afc12020\" alt=\"\" title=\"\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Foto: Dirk Hamm<\/em>&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.noz.de\/lokales-dk\/ganderkesee\/artikel\/777959\/susanne-steffgen-will-sich-fuer-sozial-schwache-einsetzen\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Komplette Anzeige vom Delmenhorster Kreisblatt:<\/a>&nbsp;&nbsp;<br><br><br><br><br><br><br><br><\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Ganderkesee. Am Erfolg habe sie nicht gezweifelt, beteuert Susanne Steffgen. Die Ganderkeseerin hatte erstmals f\u00fcr einen Sitz im Gemeinderat kandidiert, und mit 241 Stimmen ist ihr am 11. September der Einzug ins Gemeindeparlament gelungen. Als einzige Mandatstr\u00e4gerin der Linken m\u00f6chte die 52-J\u00e4hrige in den kommenden f\u00fcnf Jahren die Politik in der Gemeinde mitgestalten.&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Steffgen stand von vornherein fest, auf welchem Gebiet sie sich inhaltlich mit voller Kraft einbringen will: \u201eIch m\u00f6chte mich f\u00fcr die sozial Schwachen starkmachen.\u201c Dabei mache sie keinen Unterschied, ob es sich um Menschen mit geringem Einkommen, mit einer Behinderung oder einem Fl\u00fcchtlingsschicksal handelt. Die im rheinland-pf\u00e4lzischen Schifferstadt geborene staatlich gepr\u00fcfte Maschinenbautechnikerin, die erst seit Oktober 2014 in Ganderkesee lebt, will sich in ihrer kommunalpolitischen Arbeit f\u00fcr ganz konkrete Verbesserungen f\u00fcr diesen Personenkreis in der Gemeinde einsetzen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Kleine Ver\u00e4nderungen mit gro\u00dfer Wirkung<\/h2>\n\n\n\n<p>Das betrifft auch scheinbar ganz kleine Dinge, die gro\u00dfe Wirkung haben k\u00f6nnen, wie Susanne Steffgen an einem Beispiel verdeutlicht: \u201eZwar gibt es in&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.noz.de\/themen\/ganderkesee\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Ganderkesee<\/a>&nbsp;einige \u00f6ffentliche Toiletten, die von Rollstuhlfahrern genutzt werden k\u00f6nnen. Man muss aber wissen, wo sie sind. An zentralen Punkten wie dem Bahnhof m\u00fcssten Hinweistafeln aufgestellt werden. Dazu werde ich einen Antrag stellen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Steffgen wei\u00df aus eigener Erfahrung, wovon sie spricht, sie ist auf den Rollstuhl angewiesen. Infolge eines grippalen Infekts leidet sie seit 1993 an einer seltenen und fortschreitenden Erkrankung, die die motorischen Nerven schw\u00e4cht. Ein harter Einschnitt f\u00fcr die Mutter von vier Kindern, die sich selbstst\u00e4ndig gemacht hatte und in Speyer eine Autoglaserei mit drei Filialen und mehr als zehn Mitarbeitern f\u00fchrte: \u201eIch musste alles aufgeben.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Als \u201eStehaufm\u00e4nnchen\u201c niemals unterkriegen lassen<\/h2>\n\n\n\n<p>Aber sich unterkriegen zu lassen, kam f\u00fcr Susanne Steffgen nie in Frage: \u201eMan sagt mir nach, ich sei ein Stehaufm\u00e4nnchen.\u201c Mit ihrer k\u00e4mpferischen Einstellung bewahrt sie sich, so weit es geht, Unabh\u00e4ngigkeit und Selbstbestimmtheit. Andere Rollstuhlfahrer ermuntert Steffgen, wie sie ebenfalls alle M\u00f6glichkeiten des Schwerbehindertenausweises und der \u00f6ffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, um am \u00f6ffentlichen Leben teilzunehmen, etwa Kino, Schwimmbad oder Freunde zu besuchen.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch dabei m\u00f6chte sich die neue Ratsfrau f\u00fcr praktische Erleichterungen einsetzen. So hat sie einen Taxischein im Sinn, der Menschen mit Behinderung die Fahrt zum Bahnhof oder ins Theater erm\u00f6glicht. \u201eDabei muss es nat\u00fcrlich Einschr\u00e4nkungen geben, zum Beispiel auf Fahrten bis zehn oder 20 Kilometer. Die Kosten w\u00e4ren von der Gemeinde zu \u00fcbernehmen.\u201c In anderen Gemeinden gebe es solche Taxischeine bereits.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">F\u00fcr mehr Barrierefreiheit und bezahlbaren Wohnraum<\/h2>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem m\u00f6chte sich Steffgen in ihrer politischen Arbeit f\u00fcr die Belange Pflegebed\u00fcrftiger einsetzen und darauf hinwirken, dass Ganderkeseer \u201ebarrierefreier\u201c wird. Bezahlbarer Wohnraum f\u00fcr B\u00fcrger mit geringem Einkommen ist ein weiteres Anliegen des Ratsneulings. Sie selbst hat sich nur drei Tage nach der Wahl mit dem Umzug von der Jungen Pflege im Wohnpark Am Fuchsberg in eine eigene Wohnung auf dem Grundst\u00fcck des Wohnparks einen Traum erf\u00fcllt.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rat strebt Susanne Steffgen eine \u201elinksbetonte Politik\u201c an, und das nicht nur als Einzelk\u00e4mpferin: Noch am Wahlabend habe es erste Angebote von Ratsmitgliedern f\u00fcr eine Zusammenarbeit gegeben. Bei allem k\u00e4mperischen Biss hat sie erkannt: \u201eWenn ich alleine f\u00fcr etwas bin und alle anderen dagegen, dann bringt das nichts.\u201c&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Susanne Steffgen (Die Linke) ist bei Anregungen, Sorgen und Problemen erreichbar unter Telefon&nbsp;<a href=\"tel:(0162)3298243\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">(0162)3298243<\/a>&nbsp;und per E-Mail an info@sozial-gut.de<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/strato-editor.com\/imageprocessor\/counter.cls\/12_13140_6\" alt=\"013140\"\/><\/figure>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;<em><strong><a href=\"\/Users\/susan\/AppData\/Local\/Microsoft\/Windows\/INetCache\/IE\/76USDEQ0\/a729-un-konvention.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">UN &#8211; Behindertenrechts- konvention<\/a><\/strong><\/em><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kontaktformular<\/h3>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/sozial-gut.de\/Kontakt\/index.php\/#STRATP_cm4all_com_widgets_Formular_6323384\">Klicken Sie hier um zu unserem Kon\u00adtakt\u00ad<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diese Seite m\u00f6chte Ihnen mal zeigen, wie wichtig es ist, um sein Recht zu k\u00e4mpfen. 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